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Kreisliga B

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Wenn Fußballwunder wahr werden

Auf der Zielgeraden der Saison könnte Viktoria Mitte eine kleine Sensation gelingen !

Wer nach der Hinrunde nur ein bescheidenes Pünktchen auf dem Konto hat, kann das Thema Klassenerhalt eigentlich schon im Winter zu den Akten legen. RW Viktoria Mitte hat in der 5. Abteilung der Kreisliga B jedoch eine furiose Aufholjagd hingelegt – und steht am drittletzten Spieltag plötzlich über dem Strich.

Auf einmal war die Chance da: Weil der direkte Konkurrent Kickers Hirschgarten das erste Spiel des vergangenen Sonntags verloren hatte (4:6 bei Concordia Wittenau II), konnte B-Kreisligist RW Viktoria Mitte die Rote Laterne der 5. Abteilung endlich an die Konkurrenz abgeben. Dafür bedurfte es allerdings eines Sieges gegen den BSC Rehberge II. Tatsächlich sollte es klappen mit dem Dreier – wenn auch unter dramatischen Umständen. Doch der Reihe nach.

„Eigentlich hatten wir die Partie in den ersten 20 Minuten klar im Griff“, blickt Viktorias Spielertrainer Pedro Cordeiro da Silva zurück. Das Ergebnis besagte allerdings etwas anderes, schon nach 180 Sekunden mussten die Gastgeber das 0:1 hinnehmen. Schocken ließen sich die Rot-Weißen davon keineswegs, Zbikowski (21. Minute), da Silva (26.) und Kliem (33.) sorgten schnell für die Wende. Von einem Spaziergang konnte trotzdem keine Rede sein, im Gegenteil. Mit diversen Unachtsamkeiten lud Viktoria die Gäste zum Toreschießen ein. Die bittere Folge: Nach 65. Minuten stand es 3:4. Der 14. Tabellenplatz, gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt, er rückte plötzlich wieder in weite Ferne.

„Darauf haben wir seit dem Rückrundenstart hingearbeitet“

Ehe sich bei Viktoria Frust breitmachen konnte, nahm der Chef das Zepter selbst in die Hand. Unmittelbar nach dem Gegentreffer traf Spielertrainer da Silva zum Ausgleich, ehe er in den nächsten acht Minuten zwei weitere Tore nachlegte. „An unserem Sieg gezweifelt habe ich eigentlich nie“, sagt der 26-Jährige, „aber es war ein ganz schön umkämpftes Spiel.“

Denn geschlagen geben wollte sich Rehberge noch nicht. Spätestens nach dem Anschlusstreffer zum 6:5 (86.) wurde es noch mal hektisch. Während die Gäste alles nach vorne warfen, verteidigte Viktoria mit elf Mann am eigenen Strafraum. Das Bollwerk hielt – und die kleine Sensation war perfekt. „Darauf haben wir seit dem ersten Rückrundenspieltag hingearbeitet“, sagt da Silva mit Blick auf die Tabelle. „Dass wir jetzt nicht mehr das Schlusslicht sind, ist schön und wichtig.“


(Hat maßgeblichen Anteil daran, dass RW Viktoria Mitte vom Klassenerhalt träumen darf: Spielertrainer Pedro Cordeiro da Silva (li.), hier bei einem Firmenturnier. Foto: Privat)

Das Wunder scheint zum Greifen nah

Die Leistungssteigerung im Vergleich zur Hinserie kommt nicht von ungefähr. Weil das etatmäßige Team lediglich durch Unzuverlässigkeit und Trainingsfaulheit bestach, durfte nach der Winterpause die zweite Mannschaft ran. Bereits am 16. Spieltag gelang der erste Sieg, bis heute sollten vier weitere folgen. Dort, wo im Winter noch alles auf einen Abstieg hindeutete, hat sich inzwischen Zuversicht breitgemacht. „Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen“, sagt da Silva.

Gegen den Tabellenzweiten 1. Traber FC rechnet sich der Spielertrainer am kommenden Spieltag wenig aus – gegen Empor Hohenschönhausen, das zweitschlechteste Team der Rückserie, dafür umso mehr. Verfolger Hirschgarten trifft unterdessen auf Eintracht Südring II (derzeit auf Rang fünf) und den ebenfalls noch im Abstiegskampf involvierten SV Nord Wedding. Die Chancen, dass es klappt mit dem Klassenerhalt, sie könnten in der Tat schlechter stehen. Das kleine Fußballwunder von Berlin Mitte – es scheint zum Greifen nah.

Von Jörn Lange / www.fussball-woche.de